An dich denken und unglücklich sein? Wieso?
Denken können ist doch kein Unglück
und denken können an dich:
an dich wie du bist
an dich wie du dich bewegst
an deine Stimme, an deine Augen
an dich, wie es dich gibt -
wo bleibt da für wirkliches Unglück
(wie ich es kenne und wie es mich kennt)
noch der Raum oder die Enge?
Quelle: Erich Fried
Daß zwei sich herzlich lieben, gibt erst der Welt den Sinn.
Macht sie erst rund und richtig, bis an die Sterne hin.
Daß zwei sich herzlich lieben, ist nötiger als Brot,
ist nötiger als Leben, und spottet aller Not.
Daß zwei sich herzlich lieben, ist aller Welt Beginn,
macht sie erst rund und richtig, bis an die Sterne hin.
Quelle: Hermann Claudius
Die Liebe hemmet nichts;
sie kennt nicht Tür noch Riegel,
und dringt durch alles sich;
sie ist ohn´ Anbeginn,
schlug ewig ihre Flügel,
und schlägt sie ewiglich.
Quelle: Matthias Claudius
Du sollst nicht fragen, wem Du was nehmen kannst,
sondern wer Dir was geben will,
Du sollst nicht fragen, wer Dir helfen kann,
sondern wer Dir helfen will,
Du sollst nicht fragen, wer Dich verstehen kann,
sondern wer Dich verstehen will,
Du sollt nicht fragen, wem Du treu sein kannst,
sondern wer Dir treu sein will,
Du sollst nicht fragen zu wem Du passen könntest,
sondern wer zu Dir passen will,
Du sollst nicht fragen, wen Du lieben willst,
sondern wer Dich lieben kann.
Quelle: Andreas Steinke
Einander brauchen mit Herz und Hand,
gemeinsam weben ein buntes Band.
Einander tragen in Traurigkeit,
gemeinsam heilen die Einsamkeit.
Einander helfen in Leid und Not,
gemeinsam danken für Wein und Brot.
Einander mahnen in Zank und Streit,
gemeinsam lindern die Bitterkeit.
Einander streicheln in Schlaf und Traum,
gemeinsam liegen im Apfelbaum.
Einander sagen, was recht und gut,
gemeinsam bitten um etwas Mut.
Einander glauben zu jeder Zeit,
gemeinsam hoffen schon himmelweit.
Quelle: Okko Herlyn (ev. Theologe)
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